Konsumpause Steinheim: Es ist 5 vor 12

Am 20. September fand der dritte globale Klimastreik statt, in mehr als 500 Städten gab es Protest- sowie Klimaaktionen. In Steinheim waren Bürger/innen und Geschäfte von 11 Uhr 40 bis zur symbolischen Uhrzeit „fünf vor zwölf“ zu einer 15 minütigen Konsumpause eingeladen worden. Die Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW informierte über Konsum und seine Auswirkungen, über Umweltschutz sowie über die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie.

Konsumpause Steinheim

Austausch und Konsumpause

Zum Konsumpause waren 26 Bürger/innen in der Innenstadt versammelt und nahmen an der Konsumpause und den anschließenden Austausch teil. Mit den Worten „Jeder Konsument trägt mit seinen Einkauf einen Beitrag zum Klimawandel bei.“ eröffnete Bildungsreferent Christoph Harrach von der Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW die Konsumpause. Die 15 Minuten sollen entschleunigen und zum nachdenken anregen. So wurden alle Steinheimer Unternehmen/Läden angeschrieben und sich zur Konsumpause beim Marktplatz  zwecks Ideenaustausch versammelt.

Konsumpause Steinheim: Es ist 5 vor 12 – Bild 04 – Teilnehmer der Konsumpause vor der St. Marien Kirche

Konsumpause Steinheim: Es ist 5 vor 12 – Bild 02

Als Unternehmen/Kommune oder Organisation wird eine Finanzbilanz erstellt, diese sagt aber nichts aus zu Faktoren wie Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung. Diese Werte werden in der Gemeinwohlbilanz berücksichtigt. Die Werte stehen in Wechselwirkung zu Lieferant/innen, Geldgeber/innen, Mitarbeiter/innen, Kunden/innen und Gesell.

Die Unternehmen die zum Wohl der Gesellschaft beitragen, sollten als erfolgreich gelten. Die Gemeinwohl-Bilanz ist ein Bewertungsverfahren die mithilfe der Gemeinwohl-Matrix zur Überprüfung und Bewertung der unternehmerischen Tätigkeiten im Sinne des Gemeinwohls dient.

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) beschreibt eine alternative Wirtschaftsordnung zu Kapitalismus und Kommunismus. Sie versteht sich als liberale und ethische Marktwirtschaft, die nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz beruht, sondern auf Gemeinwohl-Streben und Kooperation. Erfolg wird nicht primär an finanziellen Kennzahlen gemessen, sondern mit der Gemeinwohl-Prüfung für Investitionen, mit der Gemeinwohl-Bilanz für Unternehmen und mit dem Gemeinwohl-Produkt für eine Volkswirtschaft.

Konsumpause Steinheim: Es ist 5 vor 12 – Bild 03

Konsumpause Steinheim: Es ist 5 vor 12 – Bild 04 – Teilnehmer der Konsumpause vor der St. Marien Kirche

Bürgermeister Carsten Torke unterstützt das Anliegen durch eine unbürokratische Freigabe der Fläche am Kump für eine zentrale Aktion, die ebenfalls um 11 Uhr 40 beginnt. „Schon am 29. Juli war der Anteil an natürlichen Ressourcen verbraucht, den die Erde in einem Jahr erneuern kann“, so Torke. Es brauche keine höhere Mathematik um festzustellen, dass die Rechnung nicht aufgehe. „Jeder einzelne Mensch kann jeden Tag etwas dazu beitragen, seinen ökologischen Fußabdruck positiv zu beeinflussen – dafür möchten auch wir in Steinheim ein Zeichen setzen.

Rathaus Steinheim mit Licht

Reineccius-Markt 2017 – Verleihung der Reineccius-Medaille – Bild 13 – von Links nach Rechts: Musiker James Simpson, Bürgermeister Carsten Torke

Gemeinwohlregion Kreis Höxter

Die Idee der Gemeinwohl-Öknomie verbreitet sich stetig, der Kreis Höxter entwickelt sich zur Gemeinwohlregion Kreis Höxter weiter. So lassen sich Unternehmen zertifizieren und Städte schließen sich an und werden Gemeinwohlökonomie-Gemeinde oder behandeln die Beteiligung derzeit in den Stadträten.

Am 11 Juli 2019 hatte der Rat der Stadt Brakel beschlossen sich am Projekt „Gemeinwohl-Region Kreis Höxter“ zu beteiligen. Durch die Aufstellung eines gemeindlichen GWÖ-Berichtes und einer GWÖ-Bilanz verfolgt die Stadt Brakel die Zielsetzung, ihr Verwaltungshandeln weiterhin und auch für die Zukunft verstärkt an Gemeinwohlwerten, wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Mitbestimmung und Transparenz auszurichten.

Brakel – Annentag 2015 – Bild 04

Die Stadt Steinheim hatte am 07.05.2018 in der  27. Sitzung des Stadtrates Stadt Steinheim einstimmig beschlossen eine Gemeinwohlökonomie-Gemeinde zu werden und sich verstärkt an Gemeinwohlwerten wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Mitbestimmung und Transparenz ausrichten.

Perspektive 13 von Steinheim

Die Steinheimer Unternehmen Graf Metternich-Quellen, Chemical Check GmbH und Petersilchen GmBH sind im Gemeinwohl-Prozess. Der Prozess führt am Ende nach einer mehrteiligen Prozesskette zum Gemeinwohl-Bericht. Das Sillicon Valley hat auch irgendwann mit der ersten Garage angefangen wo Leute Computerplatinen gelötet haben und nach und nach ist ein Cluster entstanden so Bildungsreferent Christoph Harrach. Die zukunftsorientierten Unternehmen leisten einen Beitrag zur Standortentwicklung des Kreises Höxter.

Perspektive 2 von Vinsebeck(Steinheim) – Graf Metternich-Quellen

Perspektive 1 von Vinsebeck(Steinheim)

Die St. Rochus Apotheke Steinheim war in Steinheim das erste Unternehmen welche einen Gemeinwohl-Bericht erstellt hat und dessen Auditierung stanttfand. Am Ende des Audit-Prozesses wird einen Unternehmen ein Testat ausgestellt. Dieses fasst das Endresultat pro Indikator sowie die Gesamtpunktezahl zusammen. Mit dem Testat wird der Gemeinwohl-Bericht für zwei Jahre als Gemeinwohl-Bilanz anerkannt.

St. Rochus Apotheke Steinheim

02.Steinheimer Messe – Albrecht Binder

Die Stadt Willenbadessen beabsichtigt, Gemeinwohlökonomie-Gemeinde zu werden eine Entscheidung steht jedoch noch aus. In der 39. Sitzung am 26.09.2019 wird im Stadtrat entscheiden ob, einer Beteiligung der Stadt als Gemeinwohl-Gemeinde zugestimmt wird. Derzeit existieren eine Sitzungs- sowie ein Beschlussvorschlag, eine Entscheidung des Rates ist noch ausstehend. Zuvor war das Thema Gegenstand des Haupt- und Finanzausschuss am 03.09.2019.

Umweltgedanke und Fridays for Future

Der Deutsche Erdüberlastungstag 2019 ist bereits am 03.05.2019 eingetreten, die Schülerbewegung Fridays for Future hatte in Höxter für mehr Klimaschutz demonstriert. Die zentralen Forderungen der Schüler, sind das einhalten des Pariser Klimaabkommens, eine umweltschonende Lebensweise, eine Reduzierung des Plastikverbauchs, mehr Einsatz für das Klima und weniger Kohleenergie.

Zum dritten globale Klimastreik fanden in Ostwestfalen in Paderborn(Marktplatz), in Detmold(Landestheater), in Lemgo(Marktplatz), in Bielefeld(HBF) und weiteren Städten jeweils ein Klimastreik statt.

Fridays for Future – Schüler demonstrieren für das Klima – Bild 14

2. Informationsveranstaltung Windenergie im Stadtgebiet Steinheim – Bild 10

Für einen Ausbau der erneuerbaren Energien und gegen den erhöhten Ausstoß von CO2 zogen viele Menschen auf die Straßen. Beim dritten globale Klimastreik demonstrieren Jung und Alt gemeinsam.

Tagebau Garzweiler – Bild 02

Tagebau Garzweiler – Bild 03

Tagebau Garzweiler – Bild 01

Zur selben Zeit wurde in Berlin über das Klimapaket verhandelt, ob CO2-Bepreisung die dazu führen wird das fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl teurer werden, das es CO2-Zertifikate statt eine CO2-Steuer geben wird, eine höhere Pendlerpauschale eingeführt wird oder Anreize um CO2 zu sparen. Die Themen Klima- und Umweltschutz haben ein erhöhtes Interesse und sind Gegenstand in aktuellen politischen Entscheidungen.

Bundeshauptstadt Berlin – Bild 03

Eine Fridays for Future hat im Stadtgebiet Steinheim noch nicht/nicht stattgefunden, jedoch ist das Thema Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz seit Jahren fest in Zeitgeschehen verankert und wird konsequent durch Organisationen, Vereine, Bürger und Politik vorangetrieben.

Bei der ersten Steinheimer Messe hielt Franz Alt einen Vortrag „„Klima und Klimakriege, Energie und Wasser, Lebensbedingungen und Arbeitgeber Umwelt“.

01.Steinheimer Messe – Bild 14

01.Steinheimer Messe – Bild 09

Auf der zweiten Steinheimer Messe hielt Dr. Christian Berg einen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit als Innovationstreiber.

02.Steinheimer Messe- Festredner Dr. Christian Berg – Bild 02

Im November des Jahres 2018 ist Steinheim die 568. Fairtrade-Stadt geworden und hat sich entsprechend im fairen Handel positioniert. In der 21. Sitzung des Stadtrates am 03.04.2017 hatte der Stadtrat einstimmig die Teilnahme an der Kampagne „Fair-Trade Towns“ beschlossen, die Arbeitsschritte wurden entsprechend umgesetzt sodass Steinheim eine Fairtrade-Stadt geworden ist.

02.Steinheimer Messe – Steinheim ist 568. Fairtrade-Stadt geworden – Bild 01

02.Steinheimer Messe – Steinheim ist 568. Fairtrade-Stadt geworden – Bild 02

Das Thema Windenergie mit seinen verschiedenen Standorten, mehreren Unternehmen ist seit Jahren regelmäßig im Fokus um Stadtgebiet. Bislang fanden bereits 3 große Informationsveranstaltungen statt. Es gibt regelmäßig neue Wendungen und Ereignisse.

2. Informationsveranstaltung Windenergie im Stadtgebiet Steinheim – Bild 10

Regelmäßig rücken die Folgen von Unwettern  das Thema des Klimawandels in Bewusstsein. Ob Sturm, umgeknickte Bäume, der Borkenkäfer, ein Heißsommer oder Hochwasser in einigen Straßenzügen das Thema Umwelt und Natur ist regelmäßig Gegenstand von Diskussion.

Überblick der Schäden von Sturmtief Friederike – Bild 03

Überschwemmung und Unwetter 2019 in Steinheim – Bild 02

Im Jahr 2017 wurde Christian Felber fand die Verleihung der Reineccius-Medaille an Herrn Christian Felber statt. Die Stadt Steinheim hat mit der „Reineccius-Medaille“ eine Plattform geschaffen, die Pioniere und Querdenker auszeichnet und ihre Arbeit würdigt und ehrt. Als Querdenker und Pionier der Gemeinwohlökonomie wurde Herr Christian Felber mit der „Reineccius-Medaille“ geehrt.

Reineccius-Markt 2017 – Verleihung der Reineccius-Medaille – Bild 01 – Christian Felber

Reineccius-Markt 2017 – Verleihung der Reineccius-Medaille – Bild 02 – Christian Felber

Reineccius-Markt 2017 – Verleihung der Reineccius-Medaille – Bild 16 – von Links: Paul Löneke(Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Volksbank e.G.),
Christian Felber Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie,
Bürgermeister Carsten Torke,
Prof. Dr. René Fahr(Universität Paderborn)

Hintergründe

Gemeinwohl-Ökonomie

Die GWÖ wurde 2010 nach zweijähriger Vorlaufzeit in Österreich auf Basis des gleichnamigen Buches des österreichischen Publizisten Christian Felber gegründet. Sie ist demokratisch organisiert und wird als lernendes System in Arbeitskreisen und einem weltweiten Netz von Regionalgruppen beständig weiterentwickelt. Ihr Ziel: Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen dabei zu unterstützen, ihre Tätigkeit stärker mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit sowie demokratischen Grundwerten in Einklang zu bringen.

Die Gemeinwohl-Bilanz

Für Unternehmen, aber auch Hochschulen, Gemeinden und andere Organisationen besteht die Möglichkeit, eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen. Diese Bilanz basiert auf der sogenannten Gemeinwohl-Matrix, in der 20 Gemeinwohl-Themen beschrieben sind, anhand derer die Beiträge eines Unternehmens zum Gemeinwohl sichtbar gemacht werden. Jedes Unternehmen kann maximal 1.000 Gemeinwohl-Punkte erreichen.

Langfristiges Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie ist es, diese Form der Bilanzierung auf allen Produkten sichtbar zu machen. Das auditierte Ergebnis der Gemeinwohl-Bilanz soll über rechtliche Vor- oder Nachteile des Unternehmens entscheiden, z. B. bei Steuern, Zöllen, Zinsen oder im öffentlichen Einkauf. Mithilfe dieser Anreizinstrumente wird der gegenwärtige Kosten- und Wettbewerbsnachteil ethischer Unternehmen in einen Preis- und Wettbewerbsvorteil umgekehrt.

Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW

Die gemeinnützige Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW wurde 2017 auf private Initiative gegründet, ist wirtschaftlich und parteipolitisch unabhängig und setzt sich für einen Wandel des Wirtschaftssystems hin zur Gemeinwohl-Ökonomie ein. Die Idee ist das  ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit gleichberechtigt entwickelt werden. Die Stiftung engagiert sich mit dem LEADER-Projekt „Gemeinwohlregion Kreis Höxter“ dafür, dieser Entwicklung auf regionaler Ebene entgegenzuwirken.

Ziel des zunächst bis 2020 befristeten Projekts Gemeinwohl-Region Kreis Höxter ist es, möglichst viele Kommunen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Bürger*innen mit den Ideen der Gemeinwohl-Ökonomie in Kontakt zu bringen und sie darin zu unterstützen, diese innovative Methode für ihre Organisationsentwicklung einzusetzen.

Erdüberlastungstag

Der Erdüberlastungstag ist der Zeitpunkt im Jahr, bei welchen mehr regenerierbare Ressourcen verbraucht werden als im Jahr nachwachsen können. Je nach Land kann der Zeitpunkt variieren. In Deutschland fand der Erdüberlastungstag bereits am 03.05.2019 statt.